
Wie kann sowas überhaupt standardisiert verlaufen – während sich die Kinder in Wirklichkeit in recht unterschiedlichen Entwicklungsstufen befinden?
Ab der Geschlechtsreife ist eine gewisse schulische Aufklärung selbstverständlich und auch notwendig. Wie kann diese jedoch wirklich angemessen und altersgerecht verlaufen? Was ist wichtig und was sind die Grenzen?
Ab wann überschreitet ein staatlicher Eingriff die Grenzen der Familien und der Freien Bildung sowie Wissenschaft?
In Deutschland und vielen anderen Ländern ist Sexualkundeunterricht Teil des Bildungsauftrags der Schule. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass staatliche Sexualerziehung zulässig ist, solange sie weltanschaulich neutral erfolgt und das Erziehungsrecht der Eltern nicht unverhältnismäßig einschränkt. Artikel 7 des Grundgesetzes gibt dem Staat die Aufsicht über das Schulwesen, während Artikel 6 das natürliche Erziehungsrecht der Eltern schützt.
Wo findet Aufklärung wirklich statt? Doch nicht bei Eltern oder im Unterricht?
Primär unter Freunden, Cliquen – aber eben primär im Internet und daher auch über sog. „Influencer“.
Es gibt mehrere Studien, die den Einfluss von Influencern auf die Sexualerziehung von Jugendlichen untersuchen. Eine repräsentative Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2019 zeigt, dass das Internet für 59 % der 14- bis 25-Jährigen eine wichtige Quelle der Sexualaufklärung darstellt. Dabei gaben 17 % der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren an, von Influencerinnen relevante Informationen über Sexualität erhalten zu haben, während dieser Anteil bei jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) bei 8 % liegt. Interessanterweise nutzen Mädchen in der jüngeren Altersgruppe häufiger Influencerinnen als Informationsquelle als Jungen (20 % gegenüber 15 %).

- Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung (ÄGGF): Die ÄGGF führt in Schulen gesundheitliche Präventions- und Aufklärungsarbeit durch. Ärztinnen und Ärzte bieten Informationsstunden an, um Schüler*innen medizinisch fundiertes Wissen zu vermitteln.
- Medintim bietet den „Verhütungsmittelkoffer“ an, der anschauliches Lehrmaterial zur Sexualaufklärung enthält. Dieser Koffer eignet sich für den Einsatz in Schulen sowie in der außerschulischen Jugendarbeit und Erwachsenenbildung.
- Seit über 50 Jahren bietet o.b.® das Schulpaket „Aufklärungsstunde“ an, das Lehrmaterialien zur Menstruation und Pubertät enthält. Diese Materialien sind speziell für den Einsatz im Unterricht konzipiert und wurden mehrfach ausgezeichnet.
- Bildungsserver Berlin-Brandenburg: Der Bildungsserver stellt eine Sammlung von Unterrichtsmaterialien zur Sexualerziehung bereit, die für verschiedene Klassenstufen geeignet sind. Diese Ressourcen unterstützen Lehrkräfte bei der Gestaltung eines sensiblen und informativen Sexualkundeunterrichts.
- Als Fachverband für Sexualpädagogik bietet pro familia Beratungsdienste und Materialien zur Sexualaufklärung an. Sie unterstützen Schulen und Bildungseinrichtungen mit Workshops und Informationsmaterialien.
- Die BZgA bietet umfangreiche Materialien zur Sexualaufklärung an, die nach Entwicklungsstufen und Themen sortiert sind. Diese Ressourcen richten sich an Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte und unterstützen eine altersgerechte Vermittlung von Themen rund um Sexualität, Verhütung und Beziehungen.
- Institut für Sexualpädagogik (isp): Das Institut stellt in seiner Materialbörse qualitätsgesicherte Medien und Materialien für die sexualpädagogische Arbeit vor. Diese Plattform dient Fachkräften als Ressource für den Einsatz in Bildungseinrichtungen und Beratungsstellen.
- Eltern-Bildung.at: Diese österreichische Plattform bietet umfassende Informationen zur Sexualerziehung und richtet sich speziell an Eltern. Sie finden hier Artikel, Expert*innenmeinungen und praktische Ratschläge, wie Sie Ihr Kind in seiner sexuellen Entwicklung begleiten können.