
Waren die 68’er nur gut – oder gingen Teile der (R)Evolution nach Hinten los?
Was war gut – was ist überdenkenswert – wo ging die Entwicklung in eine ungeplante und unerwünschte Richtung?
Wir tun so, als seien wir aufgeklärt – aber sind wir vielleicht prüder als je zuvor, obwohl (oder weil) von allen möglichen Plakatwänden mit vornehmlich weiblichen Brüsten und Hintern geworben wird?

Teile der radikalen Strömungen der 68er-Bewegung haben Gewalt und einen bewaffneten Kampf gegen die Machtstrukturen befürwortet und auch selbst angewandt. So standen diese den ursprünglichen Zielen der Bewegung, wie Frieden, soziale Gerechtigkeit und demokratische Veränderung, wie ein Stolperstein im Weg.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die damalige Ablehnung oder zumindest in Teilen negative Einstellung zur liberalen Demokratie. Viele 68er forderten ein „mehr radikales“ System, das teils auch totalitäre Züge annehmen konnte. Diese Haltung, vor allem bei den radikalen Gruppen, wurde später als problematisch angesehen, weil sie potenziell die Demokratie selbst gefährdete und zu autoritären Tendenzen führen könnte. Vielleicht kann man behaupten, daß wir dies durchlebt und erfahren haben und somit fundiert verstehen können, inwiefern ein gewaltsamer Kampf eben auch zu gewaltvollen Strukturen führt und letztlich die Bewegung selbst zersetzt.